Unternehmensnachfolge - Unternehmensübergabe

Grebenhainer Unternehmer informierten sich zur Unternehmensnachfolge

Der Generationenwechsel ist für viele Unternehmen ein Problem. Die Spannweite reicht dabei von betriebswirtschaftlichen Fehlern bis hin zu persönlichen Befindlichkeiten. Aus diesem Grund hatten die Vorstände der Volksbank Grebenhain, Dr. Hubert Kneußel und Martin Winter die Grebenhainer Unternehmer zu einer gemeinsamen Infoveranstaltung eingeladen.

Die große Resonanz zeigte dann auch die Aktualität des Themas. Nach einer kurzen Begrüßung stellte Vorstand Martin Winter zunächst fest, dass die vermehrten Nachfolgeplanungen im Mittelstand durch den demografischen Wandel auch vor der Region nicht haltmachen und viele Betriebe daher die Weichenstellungen der Unternehmensnachfolge als großes Thema vor sich haben. Die Unternehmensnachfolge in Deutschland ist wenig öffentlichkeitswirksam aber politisch und ökonomisch von großer Bedeutung, führte danach Vorstand Dr. Hubert Kneußel bei seiner Eröffnung aus.

Er begrüßte dann die beiden Referenten der DZ Bank Frankfurt, Direktor Stefan Benzing der VR-Nachfolge Beratung und Oliver Gudat, Abteilungsdirektor der Mittelstandsfinanzierung des Fördermittelkreditgeschäfts.

Stefan Benzing ging in seinem anschließenden Vortrag auf die derzeitige Situation ein. So gibt es in Deutschland 3,6 Mio. kleine und mittlere Unternehmen, die 2 Bill. Euro Umsatz mit 16 Mio. Mitarbeitern erwirtschafteten. Davon stehen allein in den nächsten 5 Jahren etwa die Hälfte der Betriebe vor Nachfolgeentscheidungen. Dies sei deshalb ein sehr schwieriges Feld, da nicht mehr – so wie in der Vergangenheit - die Nachfolge fast ausschließlich innerhalb der Familie geregelt werden könne. Mittlerweile müssen rund ein Drittel aller Unternehmensnachfolgen familienextern geregelt werden. Nachfolgeregelungen scheitern meist dann, wenn diese nicht rechtzeitig vorbereitet werden, der passende Nachfolger fehlen oder die Kaufpreise zu hoch seien. So steht gerade der mittelständische Unternehmer im Rahmen seiner persönlichen Lebensplanung im Konflikt das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und seine Familie finanziell zu sichern.

Im Anschluss an den Vortrag von Stefan Benzig ging Aufsichtsratsvorsitzender Werner Müller in der anschließenden Diskussion auf die Problemlagen der Betriebe in der Region ein. So sind viele Betriebe handwerklich geprägt.

Oliver Gudat formulierte im Rahmen seines Fördermittelvortrages die These, dass fast jede Konstellation einer Unternehmensnachfolge finanziell gefördert werden könne. Wichtig sei hierzu der passende Zuschnitt des Nachfolgers zu seinem neuen Betrieb und zielgerichtete Investitions- und Finanzierungskonzepte. Die Nachfolger dürfen vor allem nicht vor den vermeintlich „zu großen Fußstapfen“ ihrer Vorgänger zurückscheuen.

Dr. Hubert Kneußel stellte zum Abschluss der Veranstaltung fest, dass der Generationenwechsel auch zwischen den Beteiligten gelingen müsse. So sei gerade eine direkte Kommunikation und offene Haltung im Familienumfeld wichtig für das Gelingen eines so komplexen Themas. Gerade hierzu habe die KfW in der Zusammenarbeit mit den Hausbanken passende Konzepte, die die individuellen Bedarfslagen berücksichtigen würden. Die KfW versucht gerade in der jüngsten Zeit mit einer Themeninitiative den Mittelstand stärker aufzuklären.

v.l. Stefan Benzing - Oliver Gudat - Dr.Hubert Kneußel - Martin Winter